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Bis
Anfang des 19. Jahrhunderts
wurden die Hausdächer
der Inselbewohner mit Rohr
(niederdeutsch: Reet) gedeckt, obwohl es schon längst
Dachziegel gab. Dies geschah aus Kostengründen.
Konnte doch ein Bewohner der Insel Usedom das Rohr selbst
ernten und das Dach selbst decken. Nur besonders
reiche Leute leisteten
es sich, auf das billige Rohrdach zu verzichten und griffen
auf gebrannte Ziegel
zurück. Auch heute noch –
der Ort Zempin ist bewundernswert in seinem Bewusstsein für
den Erhalt traditioneller Aspekte –
sind viele reetgedeckte Häuser dort
zu sehen.
Inzwischen
lässt sich jedoch schwer sagen, welche Art des
Daches billiger ist.
Über Generationen verlor sich die Fähigkeit der
Leute, ihr Dach selber decken zu
können, hohe Lohnkosten für erfahrene
Dachdecker sind die Folge. Übrigens
hält ein Reetdach bei fachgerecht ausgeführter Arbeit etwa
60 Jahre.
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