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Neben der
sehenswerten Kirche sollte
der Besucher aber auch das Wasserschloss im Osten des Ortes
gesehen haben, gibt es doch bloß zwei Schlösser auf ganz Usedom.
Als Usedom
christianisiert wurde, kamen mit den Mönchen auch Bauern,
Handwerker und Ritter auf die Insel. 1336 kaufte sich die
Familie Neuenkirchen die Besitzungen um das heutige Mellenthin,
neben einer ersten Burg entstand dort 1575 das Schloss
Mellenthin.
Den Bau geleitet und konzipiert haben soll ein Italiener,
Antonio Wilhelmi. Der Renaissancebau gilt als
einer der wertvollsten historischen Profanbauten auf der Insel
Usedom. Umzogen von einem Wassergraben werden sich Kenner
fragen, welchen Zweck dieser erfüllt, wohin das Wasser abfließt
oder woher es kommt. Auch mag die schmucklose Lehm- und Backsteinfassade
enttäuschen- dessen ungeachtet ist dieser Bau einer der
schönsten und ältesten Herrenhäuser, das einzige Wasserschloss
auf der Insel.
Auf einer künstlichen Insel stehend ist das zweigeschossige
Schloss über eine Brücke zu erreichen. Zwei Seitenflügel schließen
den Hof ein und mehrere Risalite verschönern die
Konstruktion des Hauptbaues. Durch den häufigen Besitzerwechsel
wurde des öfteren auch umgebaut, so entstand 1613 im großen
Saal im Obergeschoss ein prunkvoller Kamin, der Schmuck aus
der Spätrenaissance, so etwa zwei Männerplastiken,
welche den Kamin stützen, sind sehr sehenswert.
1904 veränderten eine offene Vorhalle und mehrere zusätzliche
Zwischenwände das Innere des Erdgeschosses. Nach 1945 wurde
auch hier die Schlossinneneinrichtung geplündert, zu DDR-Zeiten
wurden Wohnungen und Verwaltungen geschaffen, Substanzerhaltungsmaßnahmen
konnten den schlimmsten Verfall verhindern. Heute befindet
sich in dem Schloss ein Restaurant
und eine Ausstellung
zur Geschichte der Bevölkerung und zur Geschichte des Ortes
Mellenthin.
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