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[ Sehenswertes: Maxim Gorki in Heringsdorf ]

Als Gorki im Sommer 1921 wieder an Tuberkulose erkrankte, riet ihm sein Bekannter Lenin, zur Kur zu fahren, möglichst ins Ausland. So begab sich der Künstler am 16.10.1921 auf die Reise, seine erste Station war ein Heilkurort im Schwarzwald, und nach einem Aufenthalt in Berlin kam er im Mai mit seinem Sohn, dessen Frau und einem Freund, dem Kunstmaler Rakitzkim, im Ostseebad Heringsdorf an, damals das Bad für die high society. Mit seinem Wunsch nach Ungestörtheit und erholsamen Klima war Gorki mit der Lage der Villa Irmgard und dem milden, frischen Seeklima viel geholfen. In aller Frühe begab sich der Künstler an den Strand, belauschte das Meer und den Wind, sah den Fischern bei ihrer Arbeit zu und nach langsamen Beleben des Strandes mit hektischen Menschen spazierte er durch die schönen Wälder im Hinterland. Mit seinem auffällig großen Hut und seinem Mantel begab sich Gorki oft zum Gothensee, Sallenthin und zum Langenberg bei Bansin. In den ersten Tagen des Juni 1921 folgte dem 1868 geborenen Maxim Gorki ein berühmter Landsmann nach Usedom. So zog es auch Tolstoi nach Heringsdorf. In langen Spaziergängen und Runden mit konstruktiven Gesprächen über Literatur und Heimat kamen sich beide näher, ein maßgeblicher Anteil an dem Entschluss Tolstois, nach Russland zurückzukehren, wird dem Kontakt der beiden auf Usedom zugeschrieben. Ein weiterer Gast war der bekannte Opernsänger Schaljapin. 
Dem kritischen Gorki entgingen bei aller Erholung aber nicht die krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich, der in Heringsdorf, wo die Reichsten der Gesellschaft sich vergnügten und die Kinder der Armen bettelten, besonders auffällig war. Gorki verarbeitete diese Situation in der Skizze „Die Kolonie der Verwahrlosten“. Nachdem der russische Schriftsteller und Dramatiker in Heringsdorf die erste Fassung des letzten und dritten Teils der Autobiographie „Meine Universitäten“ erarbeitet hatte, reiste er am 25.9.1922 ab zu einem nächsten Erholungsort, nach Bad Saarow am Scharmützelsee. Wer stumme Zeugen seines Lebens und Schaffensdaseins sehen möchte, möge nach Heringsdorf kommen und original erhaltene Wohn- und Arbeitsräume Gorkis besichtigen. 

 
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