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Bei
der Entwicklung zum Ostseebad
hatte Heringsdorf zunächst das Nachsehen gegenüber
dem wesentlich größeren und vom preußischen König
geförderten Swinemünde. Während dort die
erste Badesaison 1824 eröffnet wurde, konnte
Heringsdorf erst ein Jahr später den Badebetrieb
aufnehmen und blieb zunächst hinter Swinemünde zurück.
Nach der Reichsgründung 1871 beschleunigte sich die
Entwicklung der kleineren Seebäder durch die Bereitstellung
bürgerlichen Kapitals erheblich.
1872 gründete der Berliner Geheimrat und Bankier Dr.
Hugo Delbrück die Aktiengesellschaft Ostseebad
Heringsdorf, nachdem er ein Jahr zuvor etwa 800
Morgen Wald, einige Häuser und die bereits bestehende
Badeanstalt erworben hatte. In der Folge errichtete
die Familie Delbrück eine Reihe von Gebäuden – die
alte Seebrücke, ein Familienbad mit 200
Umkleidekabinen und die sogenannte
"Bismarck-Warte", einen 45 m hohen Aussichtsturm.
Es
entstanden ebenfalls eine Reihe von Hotels, darunter
das Hotel "Atlantic" mit dreihundert Betten. Unter
der Führung der Familie Delbrück wurde Heringsdorf
zu einem, wie man heute sagen würde, hippen Modebad,
damals sprach man vom "Weltbad". Es galt
als außerordentlich schick, in Heringsdorf
Aufenthalt zu nehmen. Für den heutigen deutschen Teil
der Insel bildet Heringsdorf den Ausgangspunkt für
die Entwicklung des Kurbetriebes.
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