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  Geschichte des Seebades Ahlbeck
 


Im Jahre 1700 gestattete der Besitzer des Gutes Mellenthin – Baron von der Lühne – einem Müller, an der Mündung des Aalbaches eine Wassermühle zu errichten. Die unwirtliche Siedlung zwischen Dünen und Wald blieb zunächst recht klein. Bis 1820 entstanden elf Häuser, Ahlbeck wurde zum Fischerdorf. Die Einwohner lebten nahezu ausschließlich vom Fischfang und Kleinhandel mit dem benachbarten Swinemünde.

Im Laufe der Zeit beobachteten die Ahlbecker immer gespannter das Treiben im benachbarten Heringsdorf, in dem das Badewesen bereits Fuß gefasst hatte und gute Einnahmen brachte. Man tat gleiches, wollte sich jedoch vom internationalen Swinemünde und exklusiven Heringsdorf absetzten und stellte auf ein weniger solventes Mittelstandsklientel ab.

Ahlbeck entwickelte sich im Gegensatz zum "schicken" Heringsdorf ab 1852 zu einem beliebten Familienbad. Mitte der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts konnten für eine Saison 314 Gäste verzeichnet werden. Etwas später, im Jahr 1875 entstand das erste Hotel namens "Wendickes Hotel". 1911 bezeichnete ein Prospekt Ahlbeck als "deutsches Volksbad an der Ostsee" – zu diesem Zeitpunkt hatte man mit 22.390 Gästen Heringsdorf bereits deutlich überflügelt.

Gewerkschafts- und Berufsverbände erwarben für ihre Mitglieder Hotels in Ahlbeck, so gehörte das heutige Fünf-Sterne-Haus "Ahlbecker Hof" der damaligen deutschen Angestelltengewerkschaft, das Hotel "Ostende" befand sich im Besitz des Deutschen Beamtenvereins.
 
Das rege Badeleben setzte sich auch nach dem ersten Weltkrieg fort und erreichte 1928 einen neuen Höhepunkt. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges dienten die Pensionen der Unterbringung von Kindern aus ausgebombten Städten.
Um 1950 begann der FDGB-Feriendienst, sich in Ahlbeck zu etablieren. Es wurden Betriebsferienheime und Kinderferienlager erbaut. Das Seebad wurde 1961 zu einem der bedeutendsten Erholungsorte der DDR.
 

 
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